Herdenschutz

Die Zeiten ändern sich.

 

Im Jahre 2000 nahmen Tierärzte als Behördenvertreter aus Ostdeutschland Kontakt zu mir auf, um sich über Pyrenäenberghunde als Herdenschützer zu erkundigen, denn im Osten gab es zusehens mehr Konflikte zwischen der zunehmenden Wolfspopulation u. den Weidetierhaltern.

 

Fast 20 Jahre später ist der Wolf bei uns an der niederländischen Grenze, ganz im Westen der Republik, angekommen. Noch sind es Einzeltiere, doch in ca. 5 Jahren werden auch hier Wolfsrudel leben.

Deshalb habe ich meine Junghundeanzahl erhöht, denn mein bisher bester Herdenschützer Emil, ein echter Franzose mit FCI-Papier, dessen Verwandtschaft aus Schönheitschampions UND erfolgreichen Herdenschützern (Ziegen- u. Schafherden in Südfrankreich) besteht, ist 2009 geboren u. die letzten Monate merklich gealtert, seine Kinder (Ben, Bruno, Baderne u. Belladonne) werden in 5 Jahren den Wölfen auch nicht mehr allzu viel entgegenzusetzen haben, sie sind dann 12 Jahre alt, obwohl sie alles geben würden, da bin ich sicher, aber ich sehe sie dann als Rentner lieber auf dem Sofa. So baue ich auf seine Enkel, die 2017 (Cäsar) u. 2018 (David u. Dea) geboren sind u. damit in 5 Jahren im besten Alter, um ihrer Aufgabe als Herdenschützer gerecht zu werden.

Meine Hunde schützen seit 2003 Pferde (Fohlen, Stuten u. Hengst) u. seit 2016 Hühner. Im November 2018 kamen Rinder hinzu.

 

Aufgrund meiner Beobachtungen seit 2003 halte ich zum erfolgreichen Herdenschutz mindestens 4 Hunde an einer Herde, die im Team arbeiten, für erforderlich. Die Hunde müssen mental erwachsen u. gesund sein, um iher Aufgabe gerecht werden zu können. Von 4-8 Jahre sind sie im besten Arbeitsalter.

Ein junger Hund ohne Anleitung durch im Herdenschutz erfahrene Hunde oder ein Hund, der Schmerzen hat, kann seiner Aufgabe nicht gerecht werden. Ich halte den Einsatz solcher Hunde für tierschutzrelevant in Bezug auf den Herdenschutzhund UND die zu schützenden Weidetiere.

Vor diesem Hintergrund überrascht es mich, dass bei den Vereinen/Interessengemeinschaften/..., die "arbeitende Herdenschutzhunde" vertreten, keine Röntgenuntersuchungen zur Beurteilung des orthopädischen Gesundheitsstatus vorgeschrieben sind. In dem Alter, in dem der Hund mental am besten schützen kann, hat er im schlimmsten Fall so große Schmerzen, dass er aus diesem Grund seiner Aufgabe nicht oder nur suboptimal gerecht werden kann.

Das Ziel müssen Herdenschützer sein, die sich bester Gesundheit erfreuen, u. somit lange Jahre erfolgreich ihre Herden schützen können.

 

Deshalb habe ich mich entschlossen ein Kompetenzzentrum für Herdenschutzhunde in NRW einzurichten. Dazu wird es in Kürze einen eigenen Internetauftritt geben.

 

 

Resignation in puncto Herdenschutz in Frankreich

Ein fachlich fundiertes Video zur Einstimmung auf die Problematik.

 

Der Wolf ist ein wunderschönes, intelligentes, lernfähiges Tier, aber meine Weidetiere gehören mir! Das Leid der gejagten Weidetiere wird in der Öffentlichkeit gerne verdrängt.